Quertreiben im Dreiländereck

Supermoto FMC InterRace 2012

Der FMC hat wieder eingeladen und viele Fahrer folgten gern dieser Einladung. Die Strecke im Bremgarten war, wie gewohnt, hervorragend präpariert, dem schlechten Wetter im Vorfeld war es geschuldet, dass der Offroad erst am späten Samstagnachmittag freigegeben werden konnte, pünktlich zum Zeittraining der Supermoto Amateur Trophy Süd. Die Gruppe mit den Amateuren aus der Region mußte noch ohne die Breisgaualpen auskommen, hatte dafür mit einsetzendem Regen zu kämpfen, der größte Teil der Wemseisen stand auf Slicks!

Der Sonntag bot Rennaction und strahlendes Wetter,
der FMC hat einen guten Draht zu Petrus.

Mit etwa 2500 Zuschauern war die Veranstaltung sicher nicht kostendeckend besucht, die Werbung für den Sport dürfte sich aber bei den Zuschauerzahlen zum Saisonabschluss der Supermoto Inter DM am 15./16.09.2012 bemerkbar machen.

Es wurde in 3 Klassen Supermotosport geboten, zusätzlich gab es auch in diesem Jahr wieder die Rennen der historischen Motorräder. Bikes, die eigentlich ins Museum gehören, wurden hier verwegen und ohne Rücksicht auf Verluste um den Kurs getrieben.

Die Supermotoklassen unterteilten sich in Amateure Regional, Amateure Supermoto Trophy Süd und eine Open Klasse, in der Starter aus der deutschen und schweizer Meisterschaft sowie den entsprechenden Cup Klassen antraten. Wenn auch die ganz großen Namen der Szene leider fehlten, wurde doch faszinierender und spektakulärer Sport geboten! Packende Zweikämpfe, spektakuläre Drifts und weite Sprünge hielten die Zuschauer im Bann. Auch für das leibliche Wohl war wie gewohnt gesorgt, die gesamte Organisation von Streckenposten bis zum Rennbüro funktionierte reibungslos.

Widmen wir uns den Rennen.

Die Rennen der Klasse Amateure regional.

Im Zeittraining (ohne Offroad) brannte Peter Amann (# 2, Yamaha) die schnellste Zeit in den nassen Asphalt. Kurz vor dem Qualifying fing es an zu regnen, fast alle Starter gingen notgedrungen auf Slicks an die Zeitenjagd. Amann ist eigentlich begeisterter Crosser und wollte mal so ein Supermotorennen mitfahren. Im letzten Jahr hatte er es bereits versucht, auf Strassenreifen, bzw. abgenudelten Regenpellen auf abtrocknender Strecke. Seine Brüder, beide im Strassensport aktiv, hatten ihm gesagt, er solle einfach so fahren wie immer! Ausser 17 Zöllern und einer großen Bremsscheibe spendete man dem Bike für diesen "einmaligen Einsatz" allerdings keine weiteren Gimmicks.

In diesem Jahr bekam er zumindest einen Satz Slicks, mit dem er im Regen dann die Pole Position herausfuhr. Uwe Mayer (#22, Husaberg) sicherte sich Startplatz 2, die Gentlemanwemser Darco Datter und Oliver Nguyen aus Lausanne komplettierten die erste Reihe. Die BIPs der beiden zierte ein Cut samt weißem Hemd und Fliege.

Lauf 1:
Amann startete am Besten, sicherte sich die Spitze, gefolgt von Benoit Vuilleumier (#218), einem weiteren Mitglied der Gentleman Wemserschaft, der aus der zweiten Reihe (Startplatz 5) nach vorn gesprintet war. Dahinter reihten sich Loris Dikau (# 93, ebenfalls Startreihe 2), Darco Datter und Michael Leinz (#29) ein, der sogar aus Reihe 3 vorgeprescht war. Uwe Mayer verbockte seinen Start und ward fortan nicht mehr gesehen.

In Runde zwei machte Vuilleumier ernst und übernahm die Führung. Amanns Zweikolbenbremse war dem Ansturm des Schweizers nicht gewachsen und er übernahm Platz zwei, den er bis ins Ziel nicht mehr abgab. Darco Datter errang den dritten Platz und so ging die Reise Richtung Ziel ohne große Streitigkeiten um die Podestplätze. Ab der vierten Runde begannen derweil die Überrundungen, die allerdings, dank guter Streckenposten, weitgehend problemlos verliefen. In einer zweiten Gruppe gab es zwischen Leinz, Roman Bosshard (#12) und Loris Dikau ein lustiges Ringelreihen im Dschungel der Überrundeten, an den Podestplätzen konnten sie jedoch nicht schnüffeln. Vuilleumier siegte vor Amann und Datter.

Lauf 2:
Amann hatte zwar die erste Kurve, aber Vuilleumier bremste sich bei der Einfahrt zum Offroad an ihm vorbei an die Spitze. Es folgten Leinz, Datter, Bosshard und Mayer. Datter baute irgendwo ein paar Fehler ein und fiel erst zurück, kämpfte sich aber wieder vor. Durch diesen zusätzlichen Kraftaufwand fehlte ihm am Ende jedoch die Power, Leinz ernsthaft unter Druck zu setzen und er mußte sich mit Platz 4 begnügen. Vuilleumier siegte erneut vor Amann, Dritter wurde diesmal Michael Leinz. Die Rundenzeiten hätten auch für Topplatzierungen in der Trophy Süd gereicht!

Die Rennen der Amateure Trophy Süd

Die Pole sicherte sich Jeremy Gunenberger (#9, KTM) aus Frankreich, er muss aber einen verdammt guten Tag erwischt haben, am Sonntag in den Rennläufen war von ihm nicht viel zu sehen. Mehr als Platz 12 und 9 sprangen nicht heraus. Auf Platz 2 schaffte es Pascal Wurster (# 47, Honda), Platz 3 und 4 belegten Florian Wimmer (#89, Yamaha) und Johannes "Sid" Sitterle (#117, KTM).

Lauf 1:
Pascal Wurster kam zu spät und wurde zwar nicht vom Leben, aber von der Rennleitung bestraft. Er durfte zur Belohnung und aus erzieherischen Gründen von ganz hinten starten.

Den Start sicherte sich Florian Wimmer vor Christian Dohler (#21) und Sitterle. Dahinter reihten sich Michael Finkler (#113) und Ralph Ecker (#111) ein. Sitterle machte aber nicht lange rum und verdrängte Dohler auf Platz 3. Der Lokalmatador vom FMC wollte einen Podiumsplatz und zeigte dies deutlich. Pascal Wurster pflügte derweil durch das Fahrerfeld und lag in Runde 4 schon auf Platz sechs mit Tendenz nach vorne. Ecker schmiss die Suzuki im Offroad weg und schied aus, Sitterle büßte seinen Ehrgeiz mit einem Strauchler im Offroad und fiel etwas zurück. Wimmer hatte zudem etwas mehr Glück beim Überrunden und konnte sich noch etwas mehr absetzen. Während Wurster im "Messer-zwischen-den-Zähnen-Modus" unterwegs war und weiter Plätze gut machte, besann sich Sitterle seiner Verantwortung als Lokalmatador und seiner Streckenkenntnis und pirschte sich an Wimmer heran. Vor der Einfahrt in den Offroad gelang es ihm dann, sich mit einem mutigen Bremsmanöver vor Wimmer zu setzen. Diesmal war das Glück beim Überrunden auf seiner Seite und er konnte eine kleine Lücke zwischen sich und Wimmer schaffen und diese bis ins Ziel retten. Sitterle gewann den ersten Lauf vor Wimmer und Wurster, der aus der letzten Reihe bis auf's Podest gewemst ist!

Lauf 2:
Wurster kam diesmal pünktlich, die erzieherische Maßnahme der Rennleitung zeigte Wirkung, den Hole Shot holte sich aber Sitterle, gefolgt von Wimmer und eben Wurster. Jeremy Grunenberger zuckte beim Start, verlor dadurch viele Plätze und bekam obendrein eine Stop&Go Strafe aufgebrummt. In Runde zwei presste sich Wimmer an Sitterle vorbei, kurz darauf konnte Wurster Platz 2 ergattern. Fortan rangen Wimmer und Wurster um die Führung, Sitterle schaute aus sicherer Entfernung zu. Kaum war Sitterle am Führungsduo dran, rutschte Wimmer das Vorderrad im Anleger weg und Sid donnerte in den Gestürzten. Wimmer lag, das Gerät war mitgenommen und Sitterle versuchte, die verwirrende Geometrie seines neuen Lenkers in den Griff zu bekommen. Das Ding stand reichlich verquer zum Vorderbau der KTM. Wimmer musste aufgeben, Sitterle freundete sich mit dem neuen Lenkerlebnis an und setzte die Fahrt fort, es reichte letztlich noch für Platz 4.

Es ist immer wieder erstaunlich, was Adrenalin ausrichten kann. Durch den Crash hatte Wurster nun freie Fahrt, hinter ihm fanden sich Marco Ruf (#27) und Michael Finkler (#113) plötzlich auf den Podestplätzen. Kurzzeitig konnten sich Dohler und Andreas Roller an Finkler vorbeidrücken, Roller fiel dann aber wieder zurück. Wurster siegte vor Ruf und Dohler.

Die Rennen der Klasse Open

Gar nicht als Stümper präsentierte sich Kevin Tschümperlin (#34, Yamaha) aus der Schweiz und fuhr im Zeittraining die schnellste Runde. Marc-Rainer Schmid (#4) stellte seine Suzuki auf Platz 2, Maxi Niewiadomski (#96, TM) war Drittschnellster und Lokalmatador Jan Flockerzie (113, KTM)wurde Vierter.

Die zweite Reihe bildeten Bene Waag (#36, Husaberg), Toni Trusch (#570, Husaberg)Frank Beck (#95, Honda) und Chrizzly Klipfel (#74, KTM).

Lauf 1:
Insgesamt 6 Fahrer kamen zu spät in den Vorstart, darunter Marc-Rainer Schmid, was den Start aus der letzten Reihe bedeutete.
Den Holeshot holte sich Niewiadomski, gefolgt von Tschümperlin und Flockerzie. Dahinter reihte sich schon Schmid ein, der wohl beim Start vom Gummiband gezogen wurde!

Der machte auch kein großes Aufhebens und setzte sich innerhalb der ersten 4 Runden auf Platz 1 um von da an, bis auf eine kurze Phase, in der Maxi Niewiadomski näher kam, unbedrängt das Rennen anzuführen. Tschümperlin konnte ein geruhsames Rennen an dritter Position fahren, während sich in gebührendem Abstand hinter ihm die beiden Youngster Waag und Flockerzie einen verbitterten Kampf lieferten, den Bene letztlich für sich entscheiden konnte. Schmid siegte mit wenigen Zentimetern vor Niewiadomski, der zum Schluß noch einmal richtig stark wurde. Tschümperlin kreuzte die Ziellinie als Dritter mit Respektabstand, Waag wurde Vierter, Flockerzie Fünfter.

Lauf2:
Diesmal war Schmid so frühzeitig im Vorstart, daß die Reifenwärmer nochmal auf die Slicks mussten. Er sicherte sich auch gleich den Holeshot, gefolgt von Tschümperlin und Niewiadomski. Dahinter folgten Waag und Flockerzie. Maxi schmiss die TM im Laufe des Rennens einmal im Offroad weg, war aber schnell genug wieder auf dem Bike, um seinen dritten Platz zu behalten. Flockerzie fand den Weg vorbei an Bene Waag und sicherte sich Platz 4, obendrein knackte er seine bisherige Bestmarke auf dem Kurs. Schmid siegte vor Tschümperlin und Niewiadomski.